#wirklichmachen


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Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

ein bisschen mehr als 14 Tage ist es her. Das, wofür wir gestritten haben, haben wir nicht bekommen. Sorry, dass ich so lange gebraucht habe, um mich zu melden. Ich musste wieder aufstehen, durchatmen und einiges überdenken…

„Der Weg ist nicht zu Ende Tim, er ist nur etwas länger geworden“, schrieb mir eine Unterstützerin zur Aufmunterung auf Facebook. Sie hat Recht und ich hoffe, ihr lauft weiter mit! Seid gewarnt, es wird wirklich anstrengend. Es geht jetzt nicht mehr nur um Charlottenburg-Wilmersdorf, sondern um nichts Geringeres, als dass wir helfen eine Volkspartei zu retten.

Wer könnte das, wenn nicht wir?

Wir haben eine Kampagne geführt, die nationale und internationale Beachtung gefunden hat. Wir haben neue Formen der Partizipation getestet (z.B. den Bürgertisch), die Straßenkampagne neu gestaltet (z.B. Eiswagen und die „Schokorenner“), mit der CD ein neues, altes Medium in den Wahlkampf eingeführt, sind im Netz zum Hit geworden (mehr als 500.000 Menschen sahen eines unserer Videos auf Facebook, Instagram oder Twitter)…
Und wir haben ein beachtliches Ergebnis erreicht – Wir liegen in CW mit 6,6% über dem Durchschnitt aller SPD Erststimmen Berlins. Mehr Erstimmen als wir hat nur Swen Schulz aus Spandau) gewonnen.

Danke! Das war Eure Kampagne, wir haben zusammen großartig gekämpft.

Um den verdienten Sieg gebracht haben uns, die wenigen Zweitstimmen für die Partei. Bei uns im Bezirk hat die SPD noch stärker verloren als im Rest der Stadt (-0,9 über Durchschnitt). Das mag auch daran liegen, dass wir die höchste Zustimmung für die Offenhaltung von Tegel haben (68,1% versus 56% im Landesschnitt).

(Offizielle Statistiken gibt es hier: https://www.wahlen-berlin.de/wahlen/BU2017/afspraes/index.html)

„Wacht auf, Verdammte dieser Erde…“ möchte man unseren Genossinnen und Genossen endlich nach drei verlorenen Wahlen zurufen. Wenn wir jetzt nicht Maßgebliches ändern, werden wir das nächste Mal nicht 20,5% (oder 17,6 % wie bereits jetzt in Berlin) beklagen, sondern in absehbarer Zeit mit der 5-%-Hürde ringen, wie die SPD Schwesterparteien in den Niederlanden, Frankreich und Italien. Welches Wake-Up-Calls bedarf es noch?

Aufwachen fängt erst mal bei jedem einzelnen selbst an. Konkret tun können wir alle etwas hier in Charlottenburg-Wilmersdorf. Wir können zum Beispiel einfach weitermachen, wo wir aufgehört haben. Wir haben im Wahlkampf #wirklichmachen versprochen, also machen wir wirklich und weiter: Halt erst mal ohne Mandat, aber unter Einbindung derer, die bereits eines haben. Es gibt keinen Grund jetzt mit den Bürgertischen aufzuhören, der Tagesspiegel denkt sogar bereits darüber nach uns dabei zu unterstützen. Es macht viel Sinn, das was wir mit dem „Roten Mikrofon“ herausgefunden haben, weiterzuverfolgen und die Akteure miteinander zu vernetzen und das Ganze zu dokumentieren.

Wieso sollten wir jetzt nicht Immobilienwirtschaft und Bürgerinnen an einen Tisch bringen, wenn es um Miete und Angst vor Verdrängung geht, wieso nicht einfach Schulen mit der Initiative „Wissen macht Spaß“ konfrontieren… Das Ganze braucht eine Struktur und ein Funding. Das kann man aufbauen, wenn Ihr wirklich mit am Start seid. Lasst darüber reden!

Parallel müssen wir dafür sorgen, dass die Partei sich strukturell erneuert. Die SPD wird immer noch von den gleichen Gesichtern dominiert, die 1998 mit Kanzler Schröder hochgekommen sind. Mit Ausnahme von Katharina Barley und Manu Schwesig, sitzen die meisten seit nun fast 20 Jahren im Parlament, den Gremien und dem Parteivorstand. Es ist ihnen nicht zuzumuten all das offen zu hinterfragen, was sie selbst erschaffen haben. Zum Glück haben wir Verbündete wie zum Beispiel SPD plus plus (https://spdplusplus.de). Die Gruppe möchte dafür sorgen, dass man sich auch ohne Abteilung schnell online einbringen kann, sie wollen Durchlässigkeit für Quereinsteiger schaffen, Jugendquoten (25% unter 35) in Gremien verankern, sie wollen die Partei weiblicher und vielfältiger machen. Ein guter erster Aufschlag, der wahrgenommen wurde. Ich bin einer der Erstunterzeichner. Bei mir rief bereits ein Mitarbeiter des Parteivorsitzenden an, der an der Entwicklung interessiert zu seien, scheint. Interessiert Euch auch, tragt Euch ein und unterstützt sie auf Facebook.

Rund wird die Sache einer erneuerten Sozialdemokratie erst, wenn neben den konkreten, lokalen Aktionen (z. B. #wirklichmachen), einer neuen Struktur mit neuen Akteuren (spd++), auch die nötigen Visionen und Ziele folgen. Genau das macht uns Sozialdemokraten doch aus: Wir sind die soziale Partei des Fortschritts. Fortschritt geht nur mit Mut und Ideen. Kommt von uns nichts oder zu wenig wie in den letzten Jahren wenden sich Menschen die Sorgen ob der Zukunft haben Parteien zu, die von rechts oder links außen dafür sorgen wollen Veränderung zu unterbinden. Wir hingegen sollten Veränderung umarmen und gestalten. Damit nehmen wir den Menschen die Angst vor der Zukunft.

Die Themen für uns liegen dabei auf der Straße: Die Vereinigten Staaten von Europa sind eine Vision, die in einer veränderten Weltordnung Sicherheit schaffen kann. Selbes gilt für neue Formen der Grundsicherung, eine Gesellschaft wird sie in der Digitalisierung dringend brauchen, um nicht instabil zu werden. Pflegenotstand, Automatisierung der Fabrikation etc. werden wir nur durch eine radikale Umgewichtung der Vergütung zwischen Sozialen und Produzierenden Jobs Herr werden können. Alles zu weit in der Zukunft? Einerseits ist es der Job der SPD vorauszuschauen, anderseits kommt die Zukunft meist schneller als man denkt. Deshalb:nicht lange zögern, sondern schnell überlegen wie wir das #wirklichmachen. Meldet euch gern bei mir tim@bundesrenner.de.

Ich freue mich auf die Fortsetzung unserer Arbeit!

Euer Tim
Berlin, im Oktober 2017


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